DerTTC

TTC UNION 1947 wird 50

Drucken
Die Vierziger - die Gründungsjahre

Die Gründung des TTC-UNION 1947 e.V. hat einen politischen und historischen Hintergrund: die Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Ministerien der neuen Landesregierung wurden 1946 von den Beamten und Angestellten der damaligen Oberpräsidien Düsseldorf und Münster gebildet. Viele Münsteraner gingen so während der Woche ihrer Arbeit in Düsseldorf nach, verbrachten den Feierabend in ihren ungeheizten möblierten Zimmern und fuhren nur zum Wochenende nach Hause. Aus dieser Situation heraus organisierten Beamte des Wirtschaftsministeriums einen beheizten Kellerraum in der damaligen Staatskanzlei, schoben vier Ablagetische zusammen, spannten ein selbstgebasteltes Netz und schon sprang der weiße Ball hin und her.

Es dauerte nicht lange, da gründeten 53 Damen und Herren am 12. Juli 1947 im Restaurant "Ananasberg" im Hofgarten den TTC-Wirtschaftministerium. Doch dem Minister war es gar nicht so recht, daß ein Sportverein den Namen seines Ministeriums trug - so starteten eine Damen- und drei Herrenmannschaften als TTC UNION 1947 e.V. in die erste Spielzeit. 1949 löste Walter Haas den ersten 1. Vorsitzenden Heinz Dünne ab - es sollte der Auftakt einer fast vier Jahrzehnte währenden Amtszeit werden, in der Walter Haas den Verein auf unnachahmliche Weise prägen würde.

Die Fünfziger - die ersten Erfolge
In der ersten Herrenmannschaft spielten damals zahlreiche Routiniers, die sich von Jahr zu Jahr um eine Spielklasse verbesserten und zur Saison 1950/51 bereits in die Bezirksklasse "Linker Niederrhein" aufstiegen. Doch bald schon zogen jüngere Spieler nach und schafften 1956/57 den Aufstieg in die Landesliga, in der sie sich zwei Spielzeiten halten konnten - bis heute der größte sportliche Erfolg einer Herrenmannschaft in der Meisterschaft.

Der Keller in der Staatskanzlei gehörte bereits der Vergangenheit an - doch mußte der Verein achtmal umziehen, bis er 1953 in der Turnhalle der Pestalozzischule eine feste Bleibe fand. Aus dieser Zeit stammt auch das noch heute erfolgreich praktizierte Trainingssystem: die Einteilung der Trainingsteilnehmer in 20-Minuten-Intervalle.


Die Sechziger - die Damen sind Spitze
1960 zogen die Damen mit ihrem Aufstieg in die Landesliga an den Herren vorbei und wurden 1961 sogar Westdeutscher Pokalsieger der Ligamannschaften. Ein Wimpel in der Vereinsgaststätte "Küppers" erinnert noch heute an diesen größten Erfolgs der Vereinsgeschichte. Doch damit nicht genug: von 1965 an spielten Roswitha Marx, Renate Hirschmann, Lotte Dehorn und Marlies Kelzenberg sogar in der seinerzeit höchsten Klasse, der Oberliga.

Walter Haas übergab die Amtsgeschäfte für eine mehrmonatige Abwesenheit von Düsseldorf an Horst Junkermann, war aber nach seiner Rückkehr wieder 1. Steuermann.


Die Siebziger - Abstieg, Jubiläum und Umzug
1970 endete der sportliche Höhenflug des TTC-UNION, als die 1. Damenmannschaft auseinanderfiel. Der Klassenerhalt in der Oberliga war gerade mit einem Sieg in einem Relegationsspiel geschafft, da verkündeten zwei Spielerinnen das Ende ihrer Karriere aus persönliche Gründen, die anderen beiden Damen sahen danach keine sportliche Perspektive mehr und wechselten den Verein; Sie sind jedoch bis heute dem TTC-UNION verbunden geblieben.

1972 konnte der Verein bereits auf 25 erfolgreiche Jahre zurückblicken. Doch machte dem TTC-UNION die in die Jahre gekommene Turnhalle der Pestalozzischule zu schaffen. Das baufällige Spiellokal wurde auch für sportliche Mißerfolge verantwortlich gemacht. Die Damen stiegen von der Landesliga in die Bezirksklasse ab und die Herren fanden sich 1977 gar in der 1. Kreisklasse wieder, konnten jedoch direkt wieder in die Kreisliga aufsteigen. In der Presse war damals zu lesen: "Hier ist ein Verein, der Düsseldorfs Farbe überregional vertritt - noch jedenfalls -, so untergebracht, daß auswärtige Vereine nur kopfschüttelnd die Halle betreten und sie ebenso wieder verlassen."

1976 konnte der TTC-UNION mit 8 Mannschaften endlich in die neue Halle der Pestalozzischule ziehen, in der der Verein noch heute zu Hause ist.


Die Achtziger - es geht wieder aufwärts
Auch in den achtziger Jahren konnte der TTC-UNION nicht mehr an seine ganz großen Erfolge anknüpfen. Doch war der Verein mit seinem Breitsportangebot zu einem festen Bestandteil des Bezirks und Kreises Düsseldorf und des Stadtteils Heerdt geworden.

1987 nahm Walter Haas das 40-jährige Vereinsjubiläum zum Anlaß, nach 37 Amtsjahren den Vorsitz abzugeben. Der Verein ernannte ihn zum ersten und bisher einzigen Ehrenvorsitzenden und wählte Kurt Haynberg zum neuen 1. Vorsitzenden, der ein Garant für Kontinuität war aber auch mit vielen neue Ideen das Vereinleben bereichern würde.

Während sich die Damen in der Bezirksliga etablieren konnten, formierte sich um Jochen Gruss, Christoph Zinzius und Bekir Aydin eine "neue" 1. Mannschaft in der Kreisliga. Diesem Trio gelang 1988 erstmals in der Vereinsgeschichte der Einzug ins Finale um den Kreispokal. Eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung, die den Ausschlag zur 3:5 Niederlage gab, war auf den Lokalsportseiten der Düsseldorfer Presse Tagesgespräch.


Die Neunziger - Freud und Leid
Am 18. Januar 1993 verstarb Walter Haas, nachdem er 2 Monate zuvor noch seinen 70. Geburtstag feiern konnte. Seine Verdienste um den TTC-UNION werden unvergessen bleiben, noch heute fällt sein Name bei vielen Trainings- und Spielabenden.

Die Arbeit im Verein wurde kontinuierlich fortgesetzt. Die Mitgliederzahl pendelte sich bei 70 ein - damit wurde der TTC-UNION nach Borussia Düsseldorf zum zweitgrößten reinen Tisch-Tennis-Verein im Kreis.

Im Jubiläumsjahr 1997 gelang dann endlich im fünften Anlauf den Herren der Gewinn des Kreispokales mit einem 5:1 über den TV Hösel und machte es damit den Damen gleich, denen dieses Kunststück bereits.......... gelang.

Und sonst ist nichts passiert in 50 Jahren?
Nein - Was soll auch schon groß passiert sein in einem Breitensportverein?

Die großen Erfolge sind aufgeführt, ansonsten wurde jahrein jahraus "nur" Tisch-Tennis gespielt, dazwischen eine Jahreshauptversammlung und ein paar Festivitäten und Ausflüge. Nichts Spektakuläres - aber vielleicht ist gerade dies das Geheimnis, warum ein kleiner Sportverein 50 Jahre alt werden konnte. Man hat sich im TTC-UNION immer auf das Wesentliche konzentriert, auf den Zweck und das Ziel, die zur Gründung des Vereins geführt haben: Tisch-Tennis spielen.

Und - Gott sei Dank ist nicht mehr passiert! In 50 Jahren blieb der Verein von großen, existenzbedrohenden Ereignissen verschont. Kein Dieb, der alle Platten gestohlen hat, keine abgebrannte Turnhalle, kein Kassierer, der mit dem Vereinsvermögen durchgebrannt ist, kein Vorstand, der alles hingeschmissen hat, keine Streitereien, die zur Auflösung hätten führen können und keine wirklich schlimmen Unfälle. Schön!


Und doch - Eine ganze Menge ist noch passiert!
Viele hundert kleine Begebenheiten und Ereignisse, die eine Chronik sprengen würden, die aber letztlich die Geschichte des Vereins ausmachen. Jede einzelne Geschichte ist vielleicht belanglos und im Laufe der Jahre schon viele Male passiert, aber in der Summe sind sie viele kleine Mosaiksteinchen, die dem TTC-UNION das Gesicht gegeben haben: Freude und Enttäuschung nach Meisterschaftsspielen, Auf- und Abstiege in allen Spielklassen und die vielen Menschen, denen man im Laufe der Jahre begegnet ist. Daten und Statistiken sind wichtig und vorweisbare Erfolge machen stolz - aber letztlich sind und waren es immer die Mitglieder, die TTC-UNION zu dem gemacht haben, der er heute ist.